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FuPa: Zeitstrafen auf Kreisebene - auch eine Idee für FVN?

SC Hardt, 17.03.2020

FuPa: Zeitstrafen auf Kreisebene - auch eine Idee für FVN?

Der Hessische Fußballverband startet in der kommenden Saison ein Pilotprojekt

Auch der Fußball befindet sich in einem stetigen Wandel. Bester Beweis im Profibereich ist die Einführung des Videobeweises, aber auch das vor der laufenden Saison geschnürte Regelpaket, das etwa die Zahl der Wechsel im Amateurbereich oder den Umstand betraf, dass der Ball beim Abstoß vor dem ersten Kontakt den Strafraum nicht mehr verlassen muss, sind Beispiele dafür. Wandel kann aber auch in der Rückkehr zu schon einmal praktiziertem Vorgehen bestehen - und das wird in der neuen Saison beim Hessischen Fußballverband getestet.

Denn jüngst hat der DFB einem Pilotprojekt in Hessen zugestimmt, das über zwei Jahre den Einsatz von Zeitstrafen auf Kreisebene, und zwar ausdrücklich bei Männern und Frauen, Jungs und Mädchen, testen soll. Ablaufen soll das Ganze so, dass die Zeitstrafe als zusätzliches Instrument für den Schiedsrichter zwischen die Gelbe und Rote Karte gelegt werden soll. Erst nach einer abgesessenen Zeitstrafe soll es dann also in der Regel einen Platzverweis geben. Der Spieler soll sich so etwa für zehn Minuten am Spielfeldrand unter dem Einfluss von Personen seines Vereins wieder beruhigen, denn das Mittel der Zeitstrafe erscheint besonders da angebracht, wo es sonst wegen Verbal-Injurien oft zu einer Ampelkarte kommt. Der Wunsch nach dieser Lösung war aus den hessischen Vereinen an den Verband herangetragen worden.

Auch am Niederrhein war ein solches Modell immer mal wieder als Gedanke zu vernehmen gewesen, besonders aus der Schiedsrichterei kam dieser Vorschlag häufiger zu Tage. Der Mönchengladbacher Dieter Kauertz, der von 1981 bis 2009 aktiv gepriffen hat und noch heute als Schiedsrichter-Beobachter tätig ist, gehört etwa zu den massiven Fürsprechern dieser Regelung. "Aus meiner Erfahrung kann ich diesem 'Pilotprojekt' nur zustimmen. Bei meinen Spielleitungen in den Jahren 1981 bis Juni 1993 habe ich nur positive Erfahrungen damit gesammelt. Bei 421 Spielleitungen musste ich im Schnitt pro Spiel zwei Verwarnungen (892) geben, aber nur 313 Zeitstrafen aussprechen - und nur in jedem zehnten Spiel einen Feldverweis", sagt Kauertz. Denn neu wäre die Zeitstrafe als Mittel nicht nur am Niederrhein wahrlich nicht.

Kauertz: Spieler können sich wieder beruhigen
"Während der zehnminütigen Zeitstrafen konnten sich die Spieler wieder beruhigen und ihre Contenance zurückgewinnen. Hierbei halfen ihnen Trainer, Betreuer und die Ersatzspieler auf der Bank. Für die Mannschaft und den Fußball an sich konnten sich die Teams wieder auf elf Spieler ergänzen. Ich kann aus meiner Sicht nur dazu raten, das auch am Niederrhein wieder einzuführen", betont der erfahrene Unparteiische weiter. Befürworter gibt es aber auch auf der allerhöchsten Fußball-Ebene. So hat der ehemalige niederländische Star-Stürmer Marco van Basten als technischer Berater der FIFA die Zeitstrafe zur Entlastung der Schiedsrichter vorgeschlagen. Und auch Deutschlands Schiedsrichter-Boss Lutz-Michael Fröhlich, und er argumentiert dabei sehr ähnlich wie Kauertz.

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Quelle: https://www.fupa.net/berichte/rumelner-tv-zeitstrafen-auf-kreisebene-auch-eine-idee-fuer-d-2636058.html